Bewährte Methoden zur Reduzierung von Hintergrundgeräuschen am Mikrofon. Geräuschdiagnose, Raumeinrichtung, Betriebssystemeinstellungen für Windows und Mac, Software-Tools und App-Konfigurationen.
Hintergrundgeräusche ruinieren Anrufe, Aufnahmen und Streams. Sie machen dich schwer verständlich und zwingen Zuhörer, sich durch Brummen, Rauschen und Ablenkungen durchzukämpfen. Die gute Nachricht: Die meisten Geräuschprobleme lassen sich straightforward lösen. Diese Anleitung hilft dir, die Art des Geräuschs zu bestimmen und führt dich durch alle Möglichkeiten, es zu beseitigen – von kostenlosen Schnellmaßnahmen bis zur fortgeschrittenen Audioverarbeitung. Teste zunächst dein Mikrofon mit unserem Mikrofon-Test, damit du das Geräusch hören und die Verbesserung beim Vorgehen messen kannst.
Geräuschtyp bestimmen
Bevor du etwas behebst, finde heraus, mit welchem Geräuschtyp du es zu tun hast. Verschiedene Geräuschtypen erfordern völlig unterschiedliche Lösungen. Nutze unseren Mikrofon-Test, um eine Probe aufzunehmen, sie anzuhören und einer der folgenden Kategorien zuzuordnen.
Ein gleichmäßiges Brummen oder Summen auf einer festen Tonhöhe kommt meist von elektrischen Störungen – Erdschleifen, schlechter Abschirmung oder elektromagnetischen Interferenzen durch nahe Elektronik.
Wie es klingt: Ein konstantes Brummen auf tiefer Frequenz, wie ein Transformatorgeräusch. Ändert sich nicht, wenn du sprichst oder dich bewegst
Häufige Ursachen: Erdschleifen zwischen Geräten, ungeschirmte Kabel, USB-Interferenzen, nahe Netzteile oder Monitore
Lösung: Siehe den Abschnitt zu elektrischem Rauschen unten für Erdschleifen- und Kabelkorrekturen
Ein gleichmäßiges Zischen, das immer im Hintergrund vorhanden ist, selbst in einem ruhigen Raum. Wird lauter, wenn die Verstärkung erhöht wird.
Wie es klingt: Wie Rauschen auf einem Radiosender oder entweichende Luft – ein gleichmäßiges „Schhhh" im Hintergrund
Häufige Ursachen: Zu hohe Eingangs-Verstärkung, günstiger Mikrofon-Vorverstärker, langes unsymmetrisches Kabel, Mikrofonverstärkung in Windows aktiviert
Lösung: Eingangs-Verstärkung reduzieren und den Abschnitt zur Betriebssystem-Rauschreduzierung unten prüfen
Deine Stimme klingt hohl, distanziert oder wie in einem Badezimmer. Wörter scheinen mit einem abklingenden Nachklang zu „verhallen".
Wie es klingt: Hohl, distanziert oder „hallig" – wie Sprechen in einem gefliesten Bad oder einer leeren Halle
Häufige Ursachen: Harte Böden, kahle Wände, große Fenster, leere Räume ohne weiche Möbel
Geräusche, die kommen und gehen – Ventilatoren, Verkehr, Klimaanlage, Tastatur, Haustiere, Personen in anderen Räumen.
Wie es klingt: Erkennbare Geräusche – Ventilatorgeräusch, Hupen, Tastenklicken, Türenschlagen, Lüftungsbrummen
Häufige Ursachen: Offene Fenster, nahe Ventilatoren oder Klimaanlagen, mechanische Tastaturen, lauter Computer, Gemeinschaftsräume
Lösung: Mit dem Abschnitt zu schnellen Maßnahmen beginnen, dann Rauschunterdrückungs-Software ausprobieren
Scharfe Schläge oder Knallen bei P-, B- und T-Lauten oder ein tiefes Rumpeln, wenn Luft nahe am Mikrofon strömt.
Wie es klingt: Ein lautes „Bumm" oder „Knall" bei Wörtern, die mit P, B oder T beginnen – oder ein rumpelndes Rauschen durch Luftstrom
Häufige Ursachen: Zu nahe Besprechung, kein Popfilter, Mikrofon nahe an Lüftungsöffnung oder offenem Fenster, Ventilator in Richtung Mikrofon
Lösung: Positionierungsabschnitt unten beachten und Popfilter verwenden
Schnelle Maßnahmen – Geräusch an der Quelle beseitigen
Die wirksamste Rauschreduzierung ist kostenlos: Geräusch beseitigen, bevor es das Mikrofon erreicht. Diese Maßnahmen dauern Sekunden und zeigen sofortige Wirkung.
Einfache Raumveränderungen können Hintergrundgeräusche erheblich reduzieren – manchmal reicht das allein.
Fenster und Türen schließen: Das allein kann Verkehr, Nachbarn, Flurgeräusche und Außengeräusche beseitigen
Ventilatoren und Klimaanlage ausschalten: Selbst „leise" Ventilatoren erzeugen ein merkliches Brummen. Für die Dauer des Anrufs oder der Aufnahme ausschalten
Heizung ausschalten: Gebläseheizungen sind überraschend laut – Heizkörper und Fußleistenheizungen sind leiser
In einen ruhigeren Raum wechseln: Ein Schlafzimmer mit Teppich und Vorhängen ist besser als eine geflieste Küche oder ein offener Wohnbereich
Schnelltest: In Aufnahmeposition setzen, 10 Sekunden schweigen und genau lauschen. Hörst du ein Brummen, Summen oder Umgebungsgeräusch? Nutze unseren Mikrofon-Test, um genau zu hören, was dein Mikrofon aufnimmt.
Unerwartete Signaltöne und vibrierende Handys stören alle Teilnehmer im Anruf.
Handy: Lautlos oder Nicht-stören-Modus aktivieren – Vibrationen auf dem Tisch übertragen sich direkt aufs Mikrofon
Computergeräusche: System-Benachrichtigungstöne in den Betriebssystemeinstellungen stummschalten
Andere Geräte: Smart-Lautsprecher, Tablets und Uhren können unerwartete Geräusche verursachen
Tischventilator/Laptop: Computer vom Mikrofon wegbewegen. USB-Verlängerungskabel oder ein längerer Schwenkarm helfen
Tastaturgeräusche gehören zu den häufigsten Beschwerden bei Anrufen – besonders bei mechanischen Tastaturen.
Leisere Schalter einbauen: Bei mechanischen Tastaturen auf geräuschlose (lineare) Schalter wechseln oder O-Ringe verwenden
Membrantastatur: Eine günstige, leise Tastatur für Anrufe bereithalten
Schreibtischunterlage: Eine dicke Unterlage dämpft die Aufprallgeräusche, die durch den Tisch ins Mikrofon übertragen werden
Mikrofon-Positionierung: Ein Schwenkarm bewegt das Mikrofon weg von der Tastatur und verringert die Aufnahme
Harte Oberflächen werfen Schall im Raum hin und her, verstärken Echo und verschlimmern Hintergrundgeräusche. Weiche Materialien absorbieren ihn.
Vorhänge: Schwere Vorhänge vor Fenstern absorbieren Reflexionen und dämmen Außengeräusche
Teppiche: Harte Böden reflektieren Schall – selbst ein kleiner Teppich hilft
Bücherregale: Bücher sind hervorragende Schallstreuer
Gepolsterte Möbel: Sofas und gepolsterte Stühle absorbieren Schallenergie
Mikrofonposition und -technik
Wie du dein Mikrofon positionierst und verwendest, hat großen Einfluss auf Hintergrundgeräusche. Näher am Mikrofon bedeutet, dass deine Stimme im Verhältnis zum Raumgeräusch lauter ist – das verbessert das Nutzschall-Rausch-Verhältnis ohne jede Software.
Je näher dein Mund am Mikrofon ist, desto lauter ist deine Stimme im Vergleich zu Hintergrundgeräuschen. Das ist der wirksamste Weg, das Nutzschall-Rausch-Verhältnis zu verbessern.
Kondensatormikrofone (USB-Mikrofone, Studio-Kondensatoren): 10–20 cm vom Mund entfernt
Dynamische Mikrofone (SM58, Podcaster usw.): 5–10 cm – sie sind für Nahbesprechung ausgelegt
Headset-Mikrofone: Bügel so positionieren, dass das Mikrofon an der Mundwinkelseite sitzt, nicht direkt davor
Laptop-/Webcam-Mikrofone: So nah wie möglich herangehen – selbst wenige Zentimeter näher helfen
Warum das funktioniert: Der Schallpegel nimmt mit dem Abstand ab. Beim doppelten Abstand ist deine Stimme nur noch halb so laut – aber das Hintergrundgeräusch bleibt gleich. Näherherangehen lässt deine Stimme dominieren.
Das Mikrofon leicht seitlich auszurichten reduziert Plosivlaute und kann auch die Aufnahme bestimmter Geräuschquellen verringern.
Off-Axis (15–30 Grad): Mikrofon leicht zur Seite anwinkeln – du bist noch im Aufnahmebereich, aber Luftstöße von Plosivlauten treffen die Kapsel nicht mehr
Geräusch hinter das Mikrofon richten: Bei einem Kardioid-Mikrofon so positionieren, dass die Geräuschquelle (Computer, Fenster, Tür) direkt hinter dem Mikrofon liegt – Kardioid-Mikrofone dämpfen hinten einfallenden Schall
Unterhalb des Mundes: Mikrofon unter den Mund positionieren und nach oben anwinkeln – verhindert, dass Atemluft direkt ins Mikrofon strömt
Popfilter (10–20 €): Stoppt Plosiv-Luftstöße bei P- und B-Lauten – 2–5 cm vor dem Mikrofon positionieren
Spinne/Shock Mount (20–50 €): Hängt das Mikrofon auf, um Tischvibrationen, Stöße und Tastaturerschütterungen zu absorbieren
Schwenkarm (25–100 €): Hebt das Mikrofon vom Tisch (beseitigt Vibrationsübertragung) und ermöglicht präzise Positionierung
Schaumstoff-Windschutz (5–15 €): Reduziert Windgeräusche und leichte Plosivlaute – weniger effektiv als ein Popfilter, aber kompakter
Bei dauerhaft lauter Umgebung macht der Mikrofontyp einen großen Unterschied. Manche Mikrofone sind darauf ausgelegt, Hintergrundgeräusche deutlich besser abzuweisen als andere.
Die beiden wichtigsten Mikrofontypen gehen sehr unterschiedlich mit Geräuschen um.
Dynamische Mikrofone: Weniger empfindlich – nehmen hauptsächlich auf, was direkt vor ihnen ist. Hervorragend für laute Räume, unbehandelte Bereiche und Umgebungen mit Ventilatoren oder Klimaanlage. Beliebte Modelle: Shure SM7B, Rode PodMic, Elgato Wave DX
Kondensatormikrofone: Sehr empfindlich – nehmen mehr Details auf, einschließlich mehr Hintergrundgeräusche. Am besten in ruhigen, behandelten Räumen. Beliebte Modelle: Blue Yeti, Audio-Technica AT2020, Rode NT1
Faustregel: Wenn die Umgebung nicht kontrolliert werden kann, dynamisch wählen. Bei einem ruhigen, behandelten Raum klingt ein Kondensatormikrofon voller.
Die Richtcharakteristik eines Mikrofons bestimmt, aus welchen Richtungen es Schall aufnimmt – und welche es ausblendet.
Kardioid: Nimmt von vorne auf, dämpft hinten – die vielseitigste Charakteristik für Geräuschunterdrückung
Hyperkardioid/Superkardioid: Engerer Aufnahmebereich, noch stärkere Hintenunterdrückung – ideal für maximale Geräuschisolierung
Omnidirektional: Nimmt gleichmäßig aus allen Richtungen auf – schlechteste Geräuschunterdrückung, in lauten Räumen meiden
Bei Mikrofonen mit umschaltbarer Charakteristik: Multi-Pattern-Mikrofone wie das Blue Yeti sollten für Anrufe auf Kardioid (Herz-Symbol) eingestellt sein
Sowohl Windows als auch macOS haben eingebaute Rauschreduzierungsfunktionen. Diese sind kostenlos, immer verfügbar und einen Blick wert, bevor Drittanbieter-Software installiert wird.
Windows 11:
Einstellungen → System → Sound öffnen
Unter Eingabe das Mikrofon auswählen
Nach Audio verbessern oder Voice Focus suchen und aktivieren
Den Schieberegler für Eingabelautstärke anpassen – beim normalen Sprechen sollte die Anzeige im oberen Drittel ausschlagen
Windows 10:
Rechtsklick auf das Lautsprecher-Symbol in der Taskleiste → Sounds
Zur Registerkarte Aufnahme wechseln
Doppelklick auf das Mikrofon → Eigenschaften
Auf der Registerkarte Pegel den Mikrofonpegel auf 80–90 % setzen und Mikrofonverstärkung deaktivieren, sofern nicht nötig
Auf der Registerkarte Optimierungen Geräuschunterdrückung oder akustische Echounterdrückung aktivieren, falls verfügbar
Wichtig: Wenn die Mikrofonverstärkung auf +10 dB oder +20 dB eingestellt ist, werden damit auch Hintergrundgeräusche verstärkt. Versuche, sie zu reduzieren oder zu deaktivieren und stattdessen näher ans Mikrofon zu gehen. Detaillierte Anweisungen findest du in unserem Windows-Mikrofon-Testleitfaden.
macOS Ventura und neuer:
Systemeinstellungen → Sound → Eingabe öffnen
Mikrofon auswählen und den Schieberegler für Eingabelautstärke anpassen
Für Rauschunterdrückung während Anrufen: das Symbol Kontrollzentrum in der Menüleiste während eines Anrufs anklicken
Auf Mikrofon-Modus klicken und Voice Isolation auswählen – nutzt maschinelles Lernen zur Unterdrückung von Hintergrundgeräuschen
Hinweis: Voice Isolation ist ab macOS Ventura (13) verfügbar. Es funktioniert systemweit während FaceTime und mit vielen Drittanbieter-Apps. Nicht alle Apps unterstützen es – während eines aktiven Anrufs prüfen.
App-spezifische Geräuscheinstellungen
Die meisten Kommunikations-Apps haben eigene Rauschreduzierungseinstellungen. Diese sind unabhängig von den Betriebssystemeinstellungen und funktionieren oft sehr gut. So konfigurierst du die gängigsten Apps.
Zoom öffnen → Einstellungen → Audio
Unter Hintergrundgeräusche unterdrücken die Stufe wählen:
Automatisch: Zoom passt sich an – gute Standardeinstellung
Niedrig: Leichte Unterdrückung, mehr Audiodetails bleiben erhalten (gut für Musik)
Mittel: Blockiert mittlere Geräusche wie Tippen und Ventilatoren
Hoch: Aggressive Unterdrückung – kann die Sprachqualität beeinträchtigen
„Mikrofonlautstärke automatisch anpassen" deaktivieren für gleichmäßige Pegel
Tipp:Leertaste gedrückt halten, um die Stummschaltung vorübergehend aufzuheben. Ideal für laute Umgebungen – stumm bleiben und nur bei Bedarf sprechen.
Teams öffnen → ... (Mehr) → Einstellungen → Geräte
Unter Geräuschunterdrückung auswählen:
Automatisch: Teams passt sich je nach erkanntem Geräusch an
Hoch: Unterdrückt alle Nicht-Sprach-Geräusche – ideal für laute Umgebungen
Niedrig: Leichte Unterdrückung, besser wenn Audio oder Musik übertragen werden soll
Aus: Keine Unterdrückung – nur in sehr ruhigen Umgebungen verwenden
„Mikrofonempfindlichkeit automatisch anpassen" deaktivieren, wenn Lautstärkeschwankungen auftreten
Im Meet-Anruf auf ... (Weitere Optionen) → Einstellungen → Audio klicken
Geräuschunterdrückung einschalten
Hinweis: Google Meets Geräuschunterdrückung arbeitet automatisch per KI. Sie ist an oder aus – kein Pegel einstellbar. Für die meisten Umgebungen gut geeignet.
Discord öffnen → Benutzereinstellungen (Zahnrad-Symbol) → Sprache & Video
Unter Erweitert die Geräuschunterdrückung aktivieren – nutzt Krisps KI-Engine
Unter Sprachverarbeitung sicherstellen, dass Echounterdrückung aktiviert ist
Eingabeempfindlichkeit manuell einstellen statt automatische Erkennung für bessere Kontrolle
Push-to-Talk: Discord unterstützt Push-to-Talk mit konfigurierbarer Taste. Das ist die zuverlässigste Methode, Hintergrundgeräusche aus Sprachkanälen fernzuhalten – Sprache & Video → Eingabemodus → Drücken zum Sprechen.
Rechtsklick auf die Mikrofonquelle in OBS → Filter
Auf + unter Audiofilter klicken und Geräuschunterdrückung hinzufügen
Methode wählen:
RNNoise: KI-basiert, hervorragende Qualität, geringer CPU-Verbrauch – für die meisten Nutzer empfohlen
Speex: Ältere Methode, CPU-schonender, aber weniger effektiv
Optional einen Noise Gate-Filter hinzufügen, um Audio unter einem Schwellenwert stummzuschalten
Filterreihenfolge ist wichtig: Zuerst Geräuschunterdrückung, dann Noise Gate, dann EQ oder Kompressor hinzufügen. OBS verarbeitet Filter von oben nach unten.
Rauschunterdrückungs-Software
Dedizierte Rauschunterdrückungs-Software sitzt zwischen dem Mikrofon und den Apps und bereinigt das Audio in Echtzeit. Diese Tools erstellen ein virtuelles Mikrofon, das in Kommunikations-Apps ausgewählt wird.
Bei einer NVIDIA-RTX-Grafikkarte ist das die beste kostenlose Option.
RTX Voice: Eigenständige Geräuschentfernungs-App – funktioniert mit jeder App
NVIDIA Broadcast: Neuere Version mit weiteren Funktionen (virtueller Hintergrund, Auto-Frame, Augenkontakt)
Funktionsweise: Erstellt ein virtuelles Mikrofon. In jeder App „NVIDIA Broadcast" als Mikrofon auswählen
Qualität: Hervorragend – entfernt Tastaturklicken, Ventilatoren, Baustellen, Tiere und mehr bei minimalem Stimmverlust
Anforderungen: NVIDIA GTX 600-Serie oder neuer für RTX Voice; RTX 2060 oder neuer für Broadcast
Plattform: Windows, macOS und in vielen Apps integriert (Discord, manche Headsets)
Kostenlos: 60 Minuten pro Woche Geräuschunterdrückung
Bezahlt: Unbegrenzte Nutzung für 8 $/Monat
Funktioniert mit: Jeder App – erstellt ein virtuelles Mikrofon und einen virtuellen Lautsprecher
Entfernt auch: Eingehende Geräusche von anderen Teilnehmern, nicht nur eigene
Preis: Kostenlos – keine SteelSeries-Hardware erforderlich
Plattform: Nur Windows
Funktionen: KI-Geräuschunterdrückung, Equalizer, Kompressor, Noise Gate – alles in einer App
Ideal für: Gamer, die eine vollständige Audio-Suite ohne Hardware-Kauf möchten
Plattform: Nur Linux
Preis: Kostenlos, Open Source
Funktionsweise: Nutzt PulseAudio, um eine unterdrückte Audioquelle zu erstellen
Qualität: Gut – basiert auf derselben RNNoise-Engine wie OBS und Discord
Kompromiss bei aller Geräuschunterdrückung: Aggressive Einstellungen können die Stimme dünn oder roboterhaft klingen lassen oder leise Wörter abschneiden. Mit mittleren Einstellungen beginnen und anpassen, bis ein gutes Gleichgewicht zwischen Geräuschentfernung und natürlicher Stimmqualität gefunden ist.
Elektrisches Rauschen beheben
Elektrisches Rauschen – Brummen, Summen oder Pfeifen – unterscheidet sich von Umgebungsgeräuschen. Es kommt aus der Strom- und Signalkette des Equipments, nicht von Geräuschen im Raum. Software-Geräuschunterdrückung hilft, aber die Ursache zu beheben ist besser.
Eine Erdschleife entsteht, wenn zwei verbundene Geräte (wie Computer und Audiointerface) an verschiedenen Stromkreisen angeschlossen sind, was einen Spannungsunterschied und ein gleichmäßiges Brummen erzeugt.
Symptom: Ein konstantes 50-Hz- oder 60-Hz-Brummen (je nach Stromnetz des Landes), das sich nicht ändert, wenn gesprochen wird
Lösung 1 – Gleiche Steckdose: Computer und Audiointerface an dieselbe Steckerleiste oder Wandsteckdose anschließen
Lösung 2 – USB-Isolator: Ein USB-Erdschleifenisolator (10–20 €) unterbricht die elektrische Schleife ohne Auswirkung auf das Audiosignal
Lösung 3 – Symmetrische Kabel: Bei XLR-Mikrofonen weisen symmetrische Kabel Interferenzen natürlich ab. USB-Mikrofone sind anfälliger für Erdschleifen
Lösung 4 – Spannungsfilter: Bei anhaltenden Problemen sorgt ein Spannungsfilter für saubere, getrennte Stromversorgung
Andere USB-Anschlüsse ausprobieren: Front-USB-Anschlüsse an Desktops sind oft rauschiger – Rückanschlüsse direkt am Mainboard verwenden
USB-Hubs meiden: Gemeinsam genutzte Hubs können Rauschen einbringen. Mikrofon direkt am Computer anschließen
Kabel trennen: Audiokabel von Stromkabeln, Steckerleisten und Netzteilen fernhalten. Kreuzen im 90-Grad-Winkel ist besser als parallel verlegen
Kürzere Kabel: Längere unsymmetrische Kabel (wie USB oder 3,5 mm) nehmen mehr Interferenzen auf
Auf Beschädigungen prüfen: Ausgefranste oder eingeklemmte Kabel können unregelmäßiges Summen oder Knistern verursachen
Schnelldiagnose: Wenn das Rauschen verschwindet, sobald das Ladekabel vom Laptop getrennt wird, liegt eine Erdschleife vor. Laptop auf Akkubetrieb als vorübergehende Lösung nutzen oder einen USB-Isolator besorgen.
Erweiterte Audiofilter
Wenn nach all dem oben Genannten noch saubereres Audio gewünscht wird, bieten erweiterte Filter feinkörnige Kontrolle. Besonders nützlich für Streaming, Podcasting und Aufnahmen.
Ein Noise Gate schneidet Audio ab, das unter einen Lautstärkeschwellenwert fällt. Wenn nicht gesprochen wird, „schließt" sich das Gate und blendet Hintergrundgeräusche aus.
Funktionsweise: Ein Schwellenwert wird festgelegt. Audio darüber passiert; Audio darunter wird stummgeschaltet
Schließschwelle: Der Pegel, unterhalb dessen Audio abgeschnitten wird – knapp über dem Hintergrundgeräuschpegel einstellen
Öffnungsschwelle: Der Pegel, ab dem Audio durchgelassen wird – knapp unterhalb der normalen Sprechlautstärke einstellen
Attack-Zeit: Wie schnell das Gate öffnet, wenn gesprochen wird – niedrig halten (5–10 ms), um den Wortanfang nicht abzuschneiden
Release-Zeit: Wie schnell das Gate schließt, wenn aufgehört wird zu sprechen – zu schnell klingt abgehackt, zu langsam lässt Rauschen durch
Noise Gate vs. Geräuschunterdrückung: Ein Noise Gate funktioniert nur, wenn geschwiegen wird – es entfernt kein Rauschen während des Sprechens. Geräuschunterdrückung (wie RTX Voice oder Krisp) entfernt Rauschen aktiv, auch während des Sprechens. Für beste Ergebnisse beides kombinieren.
Ein Hochpassfilter (auch Tiefensperre genannt) entfernt Frequenzen unterhalb eines Grenzwerts und beseitigt Rumpeln, Lüftungsbrummen und tieffrequente Vibrationen.
Empfohlene Einstellung: Grenzfrequenz auf 80–100 Hz für Sprache setzen. Das entfernt Rumpeln, ohne die Stimme zu beeinträchtigen
Wo zu finden: Viele Mikrofone haben einen physischen Hochpassschalter. Auch verfügbar in OBS (unter EQ-Filter), VoiceMeeter und den meisten Audio-Software-Programmen
Wann zu nutzen: Wenn tieffrequentes Rumpeln, Verkehrsvibrationen oder Klimaanlagenbrummen hörbar sind, das durch andere Methoden nicht beseitigt wurde
OBS Studio (kostenlos): Rechtsklick auf Mikrofonquelle → Filter → Noise Gate, EQ, Kompressor hinzufügen
VoiceMeeter (kostenlos): Virtueller Audio-Mixer für Windows mit eingebautem Gate, EQ und Kompressor – funktioniert mit jeder App
GoXLR / GoXLR Mini: Hardware-Mixer mit eingebautem Noise Gate, EQ und Kompressor – latenzfreie Verarbeitung
Elgato Wave Link: Kostenlose Software für Elgato Wave-Mikrofone mit Noise Gate, EQ, Kompressor und Clipguard
Verarbeitungsreihenfolge: Die empfohlene Filterkette lautet: Hochpassfilter → Geräuschunterdrückung → Noise Gate → EQ → Kompressor. Jeder Schritt baut auf dem vorherigen auf.
Ergebnisse prüfen
Nach Änderungen testen, ob sie wirklich geholfen haben. A/B-Tests von Audio vor und nach den Anpassungen sind die beste Methode zur Verbesserungsbestätigung.
Nach jeder Änderung das Mikrofon testen, um den Unterschied zu hören.
Kurzen Clip aufnehmen: einen Satz sprechen, dann einige Sekunden schweigen
Abspielen – ist während der stillen Phase Hintergrundgeräusch hörbar?
Mit der früheren Aufnahme vergleichen. Die stillen Passagen sollten deutlich ruhiger sein
Gutes Nutzschall-Rausch-Verhältnis: Die Stimme ist laut und klar, und die Stille zwischen Wörtern ist tatsächlich still (oder annähernd)
Schlechtes Nutzschall-Rausch-Verhältnis: In den Pausen zwischen Wörtern ist Zischen, Brummen oder Raumgeräusch hörbar
Profi-Tipp: In der tatsächlich verwendeten App aufnehmen (Zoom, Discord usw.) und jemanden anderen zuhören lassen. Was sich von der eigenen Seite gut anhört, kann nach der App-Kompression anders klingen.
Rauschreduzierung ist ein Teil guten Audios. Nach dem Zähmen des Rauschens folgende Schritte in Betracht ziehen: