Praktische Tipps für ein besseres Erscheinungsbild in Zoom, Teams und Google Meet. Behandelt Beleuchtung, Kamerawinkel, Hintergrund, Kleidung und Software-Einstellungen.
Gut auszusehen in Videoanrufen hängt nicht von teurer Ausrüstung ab – entscheidend sind ein paar grundlegende Prinzipien. Diese Anleitung erklärt alles von der Beleuchtung bis zum Kamerawinkel, damit du bei jedem virtuellen Meeting von deiner besten Seite gezeigt wirst.
Beleuchtung – der wichtigste Faktor
Die Beleuchtung hat den größten Einfluss darauf, wie du vor der Kamera wirkst. Selbst eine Smartphone-Kamera sieht bei guter Beleuchtung hervorragend aus, während eine 300-€-Webcam bei schlechtem Licht miserabel wirkt.
Das Hauptlicht sollte vor dir sein, nicht hinter dir. Das ist der häufigste Fehler, den Menschen machen.
Fensterlicht: Tagsüber mit dem Gesicht zum Fenster sitzen – kostenloses, weiches, schmeichelhaftes Licht
Gegenlicht vermeiden: Niemals mit einem Fenster oder hellem Licht im Rücken sitzen – du wirkst dann als dunkle Silhouette
Seitenlicht: Licht von der Seite erzeugt Schatten – kann dramatisch oder unvorteilhaft wirken
Schnelltest: Wenn du dein Gesicht in der Vorschau klar sehen kannst, passt es. Siehst du Schatten unter den Augen oder ein dunkles Gesicht, die Position ändern.
Weiches Licht umhüllt das Gesicht und kaschiert Unregelmäßigkeiten. Hartes Licht erzeugt harte Schatten.
Die Platzierung der Kamera beeinflusst erheblich, wie du wahrgenommen wirst. Kleine Anpassungen machen einen großen Unterschied.
Die Kamera sollte auf Augenhöhe oder leicht darüber stehen. So sehen dich andere auch in echten Gesprächen.
Augenhöhe: Natürlich, gleichwertig, professionell – ideal für die meisten Anrufe
Leicht darüber: Kann vorteilhafter wirken, lässt die Augen größer erscheinen
Unterhalb der Augenhöhe: Ungünstig – zeigt Nasenlöcher, erzeugt Doppelkinn, wirkt unprofessionell
Laptop-Lösung: Den Laptop auf Bücher oder einen Laptop-Ständer stellen. Die meisten Laptop-Kameras sind viel zu tief positioniert.
Kopf und Schultern sollten etwa ein Drittel bis die Hälfte des Bildes ausfüllen, mit etwas Platz nach oben.
Zu nah: Wirkt aufdringlich, verzerrt Gesichtszüge, zeigt zu viele Details
Zu weit: Mimik schwer erkennbar, wirkt distanziert, verschwendet Bildschirmfläche
Genau richtig: Kopf, Schultern und ein Stück Oberkörper sichtbar – etwa eine Armlänge von der Kamera entfernt
Tipp: Etwas Platz über dem Kopf lassen – etwa eine Faustbreite. Zu viel wirkt eigenartig, zu wenig beengt.
In die Kameralinse zu schauen – nicht auf den Bildschirm – vermittelt dem Gegenüber das Gefühl von Augenkontakt.
Beim Sprechen: Möglichst oft in die Kameralinse schauen
Beim Zuhören: Es ist in Ordnung, auf den Bildschirm zu schauen, um Reaktionen zu sehen
Tipp: Einen kleinen Aufkleber oder ein Wackelaugen-Sticker neben der Kamera anbringen als Erinnerung
Profi-Tipp: Das Videoanruf-Fenster möglichst nah an die Kamera verschieben, damit der Blickunterschied minimal bleibt.
Der Kopf sollte waagerecht zentriert sein, die Augen im oberen Bilddrittel.
Waagerechte Zentrierung: Gleich viel Platz auf beiden Seiten des Gesichts
Senkrechte Position: Augen im oberen Drittel (Drittel-Regel)
Vermeiden: Seitlich versetzt, zu viel Kopfraum oder abgeschnittener Scheitel
Der Hintergrund zählt
Der Hintergrund sagt einiges über dich aus. Ein unordentlicher oder ablenkender Hintergrund lenkt die Aufmerksamkeit von dir ab und kann unprofessionell wirken.
Ein sauberer, einfacher Hintergrund lenkt die Aufmerksamkeit auf dich.
Schlichte Wand: Einfach und professionell – immer eine gute Wahl
Bücherregal: Klassisch und intellektuell – ordentlich halten
Pflanzen: Bringen Leben und Farbe ohne Ablenkung
Vermeiden: Ungemachte Betten, unordentliche Zimmer, stark frequentierte Bereiche, helle Fenster
Schnelle Lösung: Umdrehen – manchmal hat die andere Raumseite einen viel besseren Hintergrund.
Etwas Abstand zwischen dir und dem Hintergrund erzeugt visuelle Trennung und Tiefe.
Ideal: 1–2 Meter Abstand zwischen dir und dem Hintergrund
Vorteile: Natürlicher Weichzeichner-Effekt, du stichst besser hervor, Wandmängel werden verborgen
Zu nah: Wirkt flach, Schatten fallen auf die Wand, weniger professionell
Virtuelle Hintergründe können unordentliche Räume verbergen, haben aber Nachteile.
Vorteile: Beliebigen Hintergrund verbergen, einheitliches Erscheinungsbild, kann professionell wirken
Nachteile: Kantenartefakte (Haare verschwinden), kann unecht wirken, höherer CPU-Verbrauch
Am besten geeignet: Wenn der echte Hintergrund ungeeignet ist und die Beleuchtung gut ist
Bessere Option: Hintergrundunschärfe wirkt oft natürlicher als ein vollständig ausgetauschter Hintergrund. Die meisten Video-Apps bieten diese Funktion an.
Was anziehen
Die Kleidungswahl beeinflusst dein Erscheinungsbild vor der Kamera mehr, als man denkt.
Einfarbige, gedämpfte Töne sehen im Video am besten aus. Manche Muster verursachen Bildprobleme.
Beste Farben: Marineblau, Türkis, Burgunderrot, zartes Pink, Waldgrün – gesättigt, aber nicht neonfarben
Natürlich lächeln: Ein echtes Lächeln lässt dich freundlich und sicher wirken
Gelegentlich nicken: Zeigt, dass du zuhörst und aufmerksam bist
Ausdrucksloses Gesicht vermeiden: Ein neutraler Ausdruck kann vor der Kamera gelangweilt oder genervt wirken
Energie spiegeln: Den Ton des Meetings angemessen aufnehmen
Schnell-Checkliste vor Anrufen
Häufige Probleme gelöst
Zu dunkel: Licht vor dir hinzufügen, Belichtung in den Kameraeinstellungen erhöhen
Überstrahlt: Lichtintensität reduzieren, Jalousien teilweise schließen, Belichtung verringern
Ungleichmäßige Beleuchtung: Beide Gesichtsseiten sollten ähnlich beleuchtet sein – bei Bedarf Fülllicht hinzufügen
Licht tiefer positionieren: Licht von oben wirft Schatten unter die Augen – auf Augenhöhe bringen
Fülllicht hinzufügen: Ein zweites, weicheres Licht reduziert Schatten
Retusche-Funktion nutzen: „Aussehen verbessern" in Zoom oder Ähnlichem aktivieren
Concealer: Leicht unter den Augen auftragen kann helfen
Kamera höher stellen: Eine Kamera unterhalb der Augenhöhe betont das Kinn – höher positionieren
Kinn leicht nach vorne strecken: Alter Fotografen-Trick – fühlt sich seltsam an, sieht gut aus
Gerade sitzen: Herumhängen staucht den Halsbereich
Abstand: Zu nah an der Kamera verzerrt die Gesichtszüge
Licht neu ausrichten: Lampen höher oder seitlich positionieren
Brille leicht kippen: Einige Grad nach unten neigen
Monitor höher stellen: Heruntersehen auf den Bildschirm reduziert Reflexionen
Antireflex-Beschichtung: Für die nächste Brille in Betracht ziehen
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